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Microsoft Intune: Gruppenverschachtelungen für Software-Zuweisungen richtig nutzen

17. Juni 2026 Bruno 0 Kommentare

In vielen Unternehmen wächst die Softwareverteilung über Microsoft Intune mit der Zeit unkontrolliert. Anfangs wird eine App direkt einer Geräte- oder Benutzergruppe zugewiesen. Später kommen weitere Programme, Abteilungssoftware, Pilotgruppen und Ausnahmen dazu. Nach einigen Monaten ist oft nicht mehr klar, warum ein Gerät eine bestimmte Software erhält oder warum eine App mehrfach mit unterschiedlichen Zuweisungen auftaucht.

Die saubere Lösung ist ein klares Gruppenmodell mit Microsoft-Entra-Sicherheitsgruppen und gezielter Gruppenverschachtelung. Statt jede App einzeln pro Gerät zu verwalten, werden technische Zielgruppen in übergeordnete Software-Bundle-Gruppen aufgenommen. Diese Bundle-Gruppen werden anschließend mehreren Apps in Intune zugewiesen. Dadurch erhält ein Gerät nicht nur eine einzelne Software, sondern ein vollständiges Softwarepaket, zum Beispiel 7-Zip, Adobe Reader, Notepad++, VPN-Client und weitere Basisprogramme.

Ziel dieser Anleitung ist eine direkt umsetzbare Best-Practice-Struktur für IT-Administratoren. Der Artikel zeigt, wie verschachtelte Gruppen funktionieren, wie mehrere Softwarepakete sauber geplant werden, welche Include- und Exclude-Regeln wichtig sind und wie der Rollout kontrolliert geprüft wird.

Voraussetzungen

Bereich Voraussetzung
Lizenz Microsoft Intune Plan 1, Microsoft 365 Business Premium
Admin-Rechte Intune Administrator und Gruppenadministrator oder vergleichbar
Geräte Windows-Geräte sind in Intune registriert und verwaltet
Join-Typ Microsoft Entra joined oder Hybrid Microsoft Entra joined
Apps Win32-Apps sind als .intunewin-Paket in Intune hochgeladen
Testgruppe Eine Pilotgruppe mit 2 bis 5 Testgeräten ist vorhanden
Gruppentyp Microsoft-Entra-Sicherheitsgruppen, keine Verteilergruppen

Für Win32-Apps nutzt Intune die Intune Management Extension. Diese Komponente ist für die Installation, Erkennung und Statusmeldung von Win32-Anwendungen auf Windows-Geräten entscheidend. Deshalb sollten Pilotgeräte vor dem produktiven Rollout sauber synchronisieren und im Intune Admin Center als verwaltet angezeigt werden.

Konzept: Was bedeutet Gruppenverschachtelung?

Eine Gruppenverschachtelung bedeutet, dass eine Gruppe Mitglied einer anderen Gruppe ist. Die Mitglieder der untergeordneten Gruppe werden dadurch indirekt über die übergeordnete Gruppe erreicht. Für Intune-App-Zuweisungen ist das besonders hilfreich, weil Microsoft Intune App-Zuweisungen an verschachtelte Gruppen unterstützt.

Struktur-Beispiel:
INTUNE-APP-BUNDLE-WIN-BASISSOFTWARE-REQ
└── DEV-WIN-PILOT-IT
└── ZUE-W-20060

Wenn die App 7-Zip der Gruppe INTUNE-APP-BUNDLE-WIN-BASISSOFTWARE-REQ als Required zugewiesen wird, erhält auch das Gerät ZUE-W-20060 die App. Das Gerät ist zwar nicht direkt in der Bundle-Gruppe enthalten, aber es ist Mitglied der untergeordneten Gruppe DEV-WIN-PILOT-IT.

Das gleiche Prinzip funktioniert auch mit mehreren Anwendungen. Die Bundle-Gruppe wird nicht nur einer App zugewiesen, sondern allen Anwendungen, die gemeinsam verteilt werden sollen.

Bundle-Zuweisung:
INTUNE-APP-BUNDLE-WIN-BASISSOFTWARE-REQ
├── 7-Zip -> Required
├── Adobe Reader -> Required
├── Notepad++ -> Required
├── VLC Player -> Required
└── VPN Client -> Required

Der Vorteil: Für den Rollout wird nur noch die Gruppenmitgliedschaft angepasst. Die App-Zuweisungen selbst bleiben unverändert. Möchte man die Basissoftware auf weitere Geräte ausrollen, wird einfach eine weitere Zielgruppe in die Bundle-Gruppe aufgenommen.

Empfohlene Gruppenstruktur

Für ein sauberes Betriebsmodell sollten technische Zielgruppen, Bundle-Gruppen und Ausschlussgruppen getrennt werden.

Gruppe Zweck Typ
DEV-WIN-PILOT-IT Pilotgeräte der IT-Abteilung Security Group, Geräte
DEV-WIN-DEPARTMENT-FINANCE Windows-Geräte der Finanzabteilung Security Group, Geräte
DEV-WIN-DEPARTMENT-HR Windows-Geräte der Personalabteilung Security Group, Geräte
INTUNE-APP-BUNDLE-WIN-BASISSOFTWARE-REQ Basissoftware-Paket für Windows Security Group, verschachtelt
INTUNE-APP-BUNDLE-WIN-FINANCE-REQ Softwarepaket für Finanzabteilung Security Group, verschachtelt
INTUNE-APP-EXCLUDE-WIN-LEGACY Ausschlussgruppe für Sondergeräte Security Group, Geräte

Empfehlenswertes Namensschema: INTUNE-APP-BUNDLE-[PLATTFORM]-[ZWECK]-[INTENT]
REQ steht für Required (automatisch), AVAIL für Available (Unternehmensportal).

Schritt 1: Pilot-Gerätegruppe erstellen

Erstelle im Microsoft Entra Admin Center eine kleine statische Gerätegruppe für den Pilot.

Einstellung Empfohlener Wert
Group type Security
Group name DEV-WIN-PILOT-IT
Group description Pilotgeräte für Intune-App-Rollouts
Membership type Assigned
Members 2 bis 5 Testgeräte

Schritt 2: Bundle-Gruppe für Basissoftware erstellen

Erstelle die übergeordnete Gruppe, die später mehreren Apps zugewiesen wird.

Einstellung Empfohlener Wert
Group type Security
Group name INTUNE-APP-BUNDLE-WIN-BASISSOFTWARE-REQ
Group description Required Basissoftware für Windows-Geräte
Membership type Assigned

Füge anschließend die Gruppe DEV-WIN-PILOT-IT als Mitglied dieser Bundle-Gruppe hinzu.

Schritt 3: Erste App der Bundle-Gruppe zuweisen

Öffne im Intune Admin Center die App (z.B. 7-Zip) und setze unter Assignments:

  • Assignment type: Required
  • Included group: INTUNE-APP-BUNDLE-WIN-BASISSOFTWARE-REQ
  • Excluded group: leer lassen

Schritt 4: Mehrere Softwares über dieselbe Bundle-Gruppe verteilen

Wiederhole dieselbe Required-Zuweisung für alle weiteren Basis-Apps (Adobe Reader, Notepad++, VLC etc.) auf die Bundle-Gruppe. So entsteht ein logisches Softwarepaket.

Schritt 5: Ausschlüsse sauber konfigurieren

Für Ausnahmen wird eine separate Exclude-Gruppe erstellt (z.B. INTUNE-APP-EXCLUDE-WIN-BASISSOFTWARE). Wichtig: Include und Exclude sollten denselben Zieltyp (beide Geräte oder beide Benutzer) haben.

Best-Practice Konfiguration

Bereich Empfehlung Begründung
Gruppentyp Security Groups Für Intune-Zuweisungen geeignet
Zieltyp Geräte/Benutzer trennen Verhindert Include/Exclude Konflikte
Pilot Statische Gerätegruppe Kontrollierter Start
Softwarepakete Bundle-Gruppen Zentralisierte Steuerung
Ausnahmen Eigene Exclude-Gruppen Nachvollziehbarkeit
Dynamische Gruppen Nach dem Pilot nutzen Risiko minimieren

Empfohlene Rollout-Strategie

Der Rollout erfolgt phasenweise durch Erweiterung der Bundle-Gruppenmitgliedschaft:

  1. Phase 1: DEV-WIN-PILOT-IT
  2. Phase 2: DEV-WIN-IT-DEPARTMENT
  3. Phase 3: DEV-WIN-POWERUSERS
  4. Phase 4: Fachabteilungen (Finance / HR / Sales)
  5. Phase 5: DEV-WIN-ALL-CORPORATE

Überprüfung im Intune Admin Center

Nutze Apps > Monitor > App Install Status oder auf dem Client die Logs unter:
C:\ProgramData\Microsoft\IntuneManagementExtension\Logs

Typische Fehler

  • Mischen von User- und Gerätegruppen: Nutze konsequent nur einen Zieltyp pro Zuweisung.
  • Zu viele direkte Zuweisungen: Nutze Bundle-Gruppen statt Einzelzuweisungen.
  • Required und Uninstall gleichzeitig: Vermeide widersprüchliche Zuweisungen für dieselbe Gruppe.
  • Dynamische Gruppen ohne Pilot: Teste Regeln immer erst an einer kleinen statischen Gruppe.

Fazit

Gruppenverschachtelungen sind der effektivste Weg, Software-Zuweisungen in Intune skalierbar und übersichtlich zu verwalten. Durch die Trennung von technischen Zielgruppen und logischen Software-Bundles bleibt der Rollout steuerbar und dokumentiert.

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